Woche 6 / Frühling und neue Bekanntschaften

Veröffentlicht am 23. Februar 2026 um 13:17

Ich habe ein wunderbares Morgenritual: Jeden Tag schaue ich unserem Hibiskus vor der Terrassentür dabei zu, wie er eine Blüte nach der anderen öffnet. Dabei merke ich, wie privilegiert ich doch bin, wenn ich mir diese Zeit nehmen kann, die Natur zu beobachten, wie sie sich im Frühling verändert. 

Doch ich bin nicht nur Beobachterin, sondern auch unfreiwillige Gastgeberin für den einen oder anderen Spatz, der durch unsere offene Terrassentür spaziert. Ich sitze dann ganz still, dass mich der kleine Kerl wahrscheinlich für ein besonders schickes, buntes Möbelstück hält. Doch er kommt nicht nur zu Besuch, er spaziert auch bis unter den Tisch und checkt, ob das Frühstücksbuffet für ihn noch etwas zu bieten hat. Er wird fündig und ich bin wieder bestätigt: Jeder hat einen Vogel! Apropos: Wusstet ihr, dass ein Vogel im Haus in vielen Kulturen als Bote für Glück und Geld gilt?? Tja, mein kleiner Spatz ist also quasi ein fliegendes Glückslos mit Federn.

Kaum wird es draußen warm und bunt, rückt die Insekten-Mafia an. Ich glaube, ich habe die Bekanntschaft mit den sogenannten Kriebelmücken, zu spanisch Mosca negra gemacht. Die treten oft in Schwärmen auf und werden aggressiv, wenn man ihre Brutstätten in Bodennähe stört. Das ist eben mein Schicksal als "süße Beute", ich ziehe ja auch daheim alles Stechende magisch an. Diese Biester stechen aber nicht nur, die beißen kleine Wunden in die Haut, die dann Krusten in der Mitte der Schwellung bilden. Erst abends hat es angefangen, extrem zu jucken und da sah ich das Ausmaß: An den Knöcheln, Kniebeugen, Handgelenken, Armbeugen ... nach 40 Stichen hab ich aufgehört zu zählen! Irgendwo am Golfplatz muss ich wohl unbewusst das unsichtbare Territorium der Mosca negra verletzt haben. Für diesen Schwarm war ich kein Golfer, sondern ein wandelndes Buffet, auf das sich dann die gesamte Population stürzte. Lautlos, ohne Vorwarnung, kein Summen an deinem Ohr warnt dich vor. Dann haben sie sich alle ein Plätzchen gesucht und auf Kommando gleichzeitig losgesaugt. (Kanonenstart an allen Tischen) Und du merkst wirklich nichts!! Nachdem Maik ein ungläubiges "Aber Schatz, das musst du doch gemerkt haben!!" ausgestoßen hat, hab ich mich schlau gemacht: Nein, nichts da mit merken, die Besonderheit der kleinen Biester ist es, dass ihr Speichel ein Betäubungsmittel enthält, damit sie in aller Ruhe fertig essen können, ohne von deinem Herumfuchteln gestört zu werden. Ja, die Kriebelmücken haben ihren Sieg davongetragen! 🦟🦟🦟🦟 Aber ich hab überlebt!

Während sich die Mücken an meine Fersen heften, haben die winzigen Ameisen in unserer Küche bereits eine Zweigstelle eröffnet. Die stürzen sich auf alles, was wir liegen lassen, aber bei den zuckerfreien Keksen war Schluss mit lustig. Selbst die Ameisen ignorieren diese Kekse! Das sollte einem zu denken geben. Wie? Was? Warum zuckerfreie Kekse? Das sind Nachwirkungen unserer guten Vorsätze! Irgendwo wollten wir Kalorien einsparen. Der erste Gedanke war, wir reduzieren den Alkohol. Ein gegenseitiger Blick, ein Kopfschütteln. Ein Leben ohne Wein ist natürlich möglich, aber im Urlaub ist ein entspanntes Gläschen in der Hand doch das ultimative I-Tüpfelchen. Aber es muss nicht immer Wein sein, kann auch mal ein Cider, ein Bierchen oder ein Likör sein. Oh ja! Der Nougatlikör, ein flüssiger Traum aus Weihnachten, der es mit uns über die Grenze geschafft hat. Was für uns ein entspannter Absacker war, endete im Ameisendrama. Die hatten in den ausgetrunkenen Gläsern einen exklusiven Abgang, Tod durch Nougat-Extase. Morgens sah man das Ergebnis: ein Massenbegräbnis im Miniaturformat. 😂

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