in der letzten Woche gibt es nun den ersten Strafzettel! Da hat die Urlaubs-Euphorie wohl die spanische Park-Logik überrumpelt. Erst gab es diesen Jackpot-Moment: Ein Parkplatz direkt vor dem Restaurant! Ein Traum! Und nach dem Essen ein kleines Souvenir der Policía Local unter dem Scheibenwischer. 60 Euro für das "Vorspeisen-Upgrade", das niemand bestellt hat, boah, das tut weh! Aber Fuengirola wäre nicht Fuengirola, wenn es nicht einen "Rabatt für schnelle Reuer" gäbe! Überrascht stellen wir daheim fest, dass es wohl einen magischen Trick am Parkautomaten gibt: Innerhalb eines bestimmten Zeitfensters (auf dem Strafzettel ersichtlich) kann man eine "Anulación" beantragen, und sich durch eine wesentlich kleinere "Spende" von seiner Sünde freikaufen - in unserem Fall in Höhe von 6 Euro. Quasi eine moderne Form des Ablasshandels, einen Obolus an den Parkgott und unsere Weste ist wieder so weiß wie die Häuser in Mijas Pueblo!
Als die Temperaturen konstant über 15 Grad bleiben, besucht uns ein kleiner Mauergecko (Tarentola mauritanica) - ein gutes Zeichen, denn hier in Spanien heißt es "Una casa con salamanquesa es una casa con suerte" - Ein Haus mit einem Gecko ist ein Haus mit Glück. Unser kleiner Untermieter sitzt abends gemütlich vor der Terassentür, ein klassischer Logenplatz, denn das Licht zieht Mücken, Motten und anderes Getier an und er muss nur noch geduldig warten, bis ihm sein Abendessen direkt ins Maul fliegt. Also nicht nur ein Glückbringer, sondern auch ein "Nutztier", immerhin frisst er pro Nacht bis zu 100 Insekten! Liebevoll nennt man ihn hier "Limpia Casas" (Hausputzer), weil er dein Haus von Ungeziefer befreit, also der biologische Hochleistungssauger an der Costa del Sol. Nach unserem 60-Euro-Park-Abenteuer ist der Gecko also genau der richtige Besucher: Er kostet keine Miete, verlangt keine Parkgebühren und frisst die Mücken, die uns sonst nachts ärgern würden. Ein echter Glücksgriff! 🍀🍀🍀
9 Wochen waren wir hier in Calahonda stationiert und langsam geht es ans Einpacken. In dieser letzten Woche überkommt mich ein klassischer "Costa-del-Sol-Blues". Jeden Tag, wenn ich über die Stufen zu unserem Appartement hinuntergehe und dabei aufs Meer schaue, denke ich: Mein Gott, wie werde ich DIESEN Ausblick vermissen!!!
Wenn ich nach dem Aufstehen, die Terrassentür öffne, sehe ich das Meer und höre die Wellen rauschen ... mein Gott, werde ich das vermissen! Schon beim morgendlichen Zähneputzen kann ich das Meer 🌊 vom Badezimmer aus sehen... mein Gott, wie werde ich das vermissen! Abends, wenn ich im Garten auf der Bank sitze, taucht rechts von mir die Sonne ins Meer und färbt gleichzeitig den Himmel in schönsten Rottönen... mein Gott, werde ich das vermissen!
All die kurzen Wege zu diesen fantastischen Golfplätzen ⛳️... 20 davon im Umkreis von nur 12 km! Das wird wahrscheinlich Maik noch viel mehr vermissen als ich! Ja, nach all der Zeit ist dieser Rhythmus aus Meeresrauschen, Golfplätzen und Sonnenuntergängen einfach tief in meiner Seele verankert. Und plötzlich realisiere ich, dass ich dieses Paradies nun gegen den Alltag eintausche und im Hinterkopf höre ich Maiks Stimme, die mir zuflüstert: "Na, DU wolltest ja nicht länger buchen!!". Ja, verdammt, wie konnte ich nur! Dieser Satz ist "Salz in meiner Wunde", aber was solls! Wir hatten eine fantastische Zeit hier, die uns niemand mehr nehmen kann und unsere Reise ist ja noch nicht zu Ende! Der Abschied von Calahonda ist kein hartes Ende, sondern eher der Startschuss für das nächste Kapitel. Auf uns wartet jetzt ein Roadtrip zurück nach Hause, erst geht es die Küste entlang und danach Richtung Frankreich ...
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Kommentare
Hallo ihr zwei 🙋Das mit der weißen weste lassen wir jetzt einfach mal so stehen 😜.
Ansonsten wünsch ich euch ein langsames, entspanntes heimgondeln mit einem kopf voller neuer reiseideen.
Ganz liebe grüße von
Beate
Danke Beate! ... Ja, ein paar Ideen haben wir da schon 😉😅