Valencia - Las Fallas!

Veröffentlicht am 21. März 2026 um 00:35

Unser erster Stopp: Valencia! Was ursprünglich als beschaulicher "Sightseeing-Stopp" geplant war, endet in einem unvorstellbarem Erlebnis der besonderen Art. Vollkommen überrascht, platzen wir mitten in Valencias größtes Fest: Las Fallas! Eine Stadt im Ausnahmezustand! Schon die Zufahrt zu unserer Tiefgarage gestaltet sich zu einem Irrgarten, ein Labyrinth aus Straßensperren und schmalen Gässchen, gesäumt von 1000en Feiernden Menschen. Gefühlt sind wir mindestens einmal gegen eine Einbahn und zweimal durch "Fahrverbotszonen" gefahren, bis wir endlich mit viel Glück in die Tiefgarage kamen - mitten im Epizentrum des Wahnsinns. Für diese Feierlichkeiten wird die komplette Innenstadt abgeriegelt und nur in bestimmten Zeitfenstern gibt es kleine Chancen zum Durchkommen. Da sind wir also und staunen nicht schlecht. Falls es euch jetzt wie uns ergeht, hier eine kleine "Fallas-Einführung":

Die Stadt Valencia feiert vom 1. bis 19.März ein "Frühlingsfest", wobei sich die spektakulärsten Ereignisse, der "Semana Fallera" auf die Zeit vom 15. bis 19. März konzentrieren. Da wird die Stadt zum Freilichtmuseum mit über 700 Skulpturen aus Holz und Pappmaché, die meist gesellschaftskritische und satirische Themen aufgreifen. Täglich findet um 14.00 Uhr die sogenannte Mascletà statt - ein ohrenbetäubendes Knallfeuerwerk auf dem Rathausplatz. Während wir zu Hause schon bei einer Silvesterrakete den Notstand ausrufen, lassen es die Valencianer 19 Tage lang krachen!! Der Boden bebt so gewaltig, dass du denkst, das Rathaus hebt gleich ab. Und wehe, du willst ausschlafen: Ab 9 Uhr morgens sorgt die „Despertà“ mit Blasmusik und Böllern dafür, dass auch der letzte Tourist senkrecht im Bett steht.

In den Tagen vom 16. bis 19. März findet zusätzlich um Mitternacht ein Feuerwerk statt, das größte davon, das "Nit del Foc" in der Nacht auf den 19.März. Am 17. und 18. wird bei der "Ofrenda de Flores" eine feierliche Blumengabe an die Schutzpatronin "Virgen de los Desamparados" gemacht. Das Grande Finale, La Cremá: An diesem Tag (dem 19.März) werden alle liebevoll aufgestellten Fallas-Figuren verbrannt, an Ort und Stelle, inmitten der Stadt, zwischen den Häusern... man glaubt es kaum!! Da arbeiten sie das ganze Jahr an diesen Figuren, um sie dann nach nur fünf Tagen abzufackeln! Dieser Akt symbolisiert die Erneuerung: Das Alte und Negative des vergangenen Jahres wird vernichtet, um Platz für den Frühling und einen Neuanfang zu schaffen. Und ja, richtig gehört, das passiert mitten in der Stadt, zwischen den Häusern. Da schüttelt unser einer mit dem Kopf. Brandschutzversicherung? Ein valencianisches Fremdwort!

Das Fest wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt, es verwandelt die Stadt in ein Freilichtmuseum, eine Mischung aus Kunst, Tradition und Pyrotechnik. Dieser Aufwand, diese Leidenschaft und dieser Enthusiasmus! Die ganze Stadt ist auf den Beinen und bei den vielen Umzügen marschieren alle mit! Und ich meine wirklich ALLE! Von der Oma bis hin zum Säugling im Kinderwagen, alte Menschen werden im Rollstuhl geschoben, Hauptsache man ist dabei! Mit Blasmusik und Böllern ziehen sie durch die Straßen, es gibt täglich mehrere Paraden mit einer Unmenge an Musikkapellen. Die Einwohner ziehen in ihren traditionellen Trachten durch die Straßen der Innenstadt. Die Kleidung, die auf die Mode des 18. und Anfang 19. Jahrhunderts zurückgeht, ist Ausdruck tiefen Stolzes und wird oft über Generationen weitergegeben. Das Outfit der Falleras gilt als eines der aufwendigsten und teuersten regionalen Kostüme Spaniens.

Kurz gesagt: Die Fallas sind eine Mischung aus Kunst, Party, Religion und Pyromanie, die eine ganze Stadt für drei Wochen in einen kollektiven Ausnahmezustand versetzt. Auch wir werden in diesen Rausch hineingezogen. Du kannst es dir nicht vorstellen, bis du selbst mittendrin stehst und plötzlich fragen wir uns: Wie kommen wir hier eigentlich jemals wieder mit dem Auto raus? Eine Verlängerung des Aufenthaltes ist schlichtweg unmöglich, da die Stadt vollkommen ausgebucht ist ..

Daher gleicht der Start unserer Heimreise eher einer Flucht, als einem geordneten Abzug. Die Tiefgarage befindet sich mitten in der Altstadt, sozusagen im Herzen des Fallas-Festes. Auf Nachfrage heißt es: "Die Ausfahrt ist theoretisch möglich, aber extrem schwierig. Das gesamte historische Zentrum ist ab dem 16. März für den privaten Autoverkehr gesperrt und wird zur reinen Fußgängerzone. Das einzige Zeitfenster mit Erfolgsaussichten ist der frühe Morgen, bevor sich die Menschenmassen formieren ..." 

Also: Wecker gestellt, aufs Frühstück verzichtet, keine Minute verlieren! Leider haben wir es vorher nicht gewusst, andernfalls hätte man noch 2 Tage zusätzlich dafür eingeplant. Dumm gelaufen, denn wir waren wohl die einzigen Touristen in der Stadt, die NICHT wegen der Fallas da waren! Und genauso abenteuerlich wie es in die Stadt hinein ging, geht es auch wieder hinaus ...

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