Barcelona

Veröffentlicht am 9. Januar 2026 um 01:01

Nach 10 Stunden Autofahrt (ab Zürich) sind wir in Barcelona angekommen. Doch erst 2 1/2 Stunden später (!!!) im Hotel gelandet. Das lag aber weder an unserer Ortsunkenntnis noch an einem falschen Navi. Nein!!! Wo immer wir fahren wollten, gab es Straßensperren. Wir umrundeten unser Hotel und probierten es von allen Seiten. Zur Erklärung: Am 5. Januar findet in Barcelona die große Parade der Heiligen Drei Könige (Cabalgata de Reyes) statt, ein Höhepunkt der Weihnachtszeit, bei der Melchior, Caspar und Balthasar in einer bunten Prozession durch die Stadt ziehen, um Geschenke zu verteilen, bevor am 6. Januar dann die eigentliche Bescherung erfolgt, ein wichtiger Feiertag in Spanien. Für die Parade am Abend wurde die gesamte Innenstadt abgesperrt. 

    Als wir nach vielen vergeblichen Versuchen völlig genervt einen Polizisten bei einer Straßensperre fragten, wie wir denn zu unserem Hotel kommen sollen? Meinte er nur lapidar: "Gar nicht, erst wenn Sperre aufgehoben wird!" Ja, das hat man davon, wenn man sich für ein wunderschönes Hotel im Gotischen Viertel (Barri Gótic) mitten in der Altstadt entschieden hat!

    Doch es war die beste Entscheidung überhaupt!  Ein Viertel, in dem die Zeit im Mittelalter stehen blieb - Voller Charme, Geschichte und überraschender Ecken – ein Muss, um sich zu verirren.

    Tag 1

    Mit einer Tour im Hop On Hop Off - Bus haben wir uns einen Überblick verschafft. Durch Barceloneta, das einstige Viertel der Hafenarbeiter, vorbei am Port Olimpic, dem barcelonischen "Olympischen Dorf", weiter den Strand entlang... Ach, wie herrlich, obwohl es am Oberdeck saukalt und windig war... 

    Die Aussicht und die Eindrücke entschädigten uns, denn bei windigen 14 Grad kann man nicht unbedingt vom sonnigen Süden sprechen...

    Nachdem wir den Torre Glòries passiert haben, stiegen wir an der Recinte Modernista de Sant Pau aus, ein verstecktes Juwel im Jugendstil – eine ehemalige Klinik, die aussieht wie ein Märchenschloss mit bunten Mosaiken, Drachen, Türmchen und geheimen Tunneln, ein wahres Architektur-Spektakel!

    Weiter mit dem Bus, bis wir an der Passeig de Grassia aussteigen und an den weltbekannten Häusern von Gaudi, der Casa Mila und der Casa Batllo vorbeispazieren. Kurze Diskussion darüber, ob wir um über 30 Euro pro Person die Casa Batllo von innen besichtigen wollen. Maik hat sich geweigert, da er nicht wüsste, wozu?? Gut, ich hätte es schon gewusst... Dann eben lieber Tapa Tapa (um den gleichen Preis, hahaha)

    Mit vollem Bauch ging es weiter an den Plaza Catalunya

    Er ist Barcelonas „Herzstück“, der große Platz, der Altstadt und Neustadt (Eixample) verbindet, oder auch der „Tauben-Meeting-Point“: Mit Palmen, Springbrunnen und einer unüberschaubaren Anzahl an gefiederten Freunden, wovon uns zum Glück keiner auf den Kopf gesch... hat. 

    Mit dem Bus geht es wieder zurück zum Strand von Barceloneta, an dem die Menschen wie im Film "Stadt der Engel" herumstanden, um Sonne zu tanken.

    In einem netten Lokal nahe des Museumviertel gönnen wir uns die erste Paella für Zwei (?) - so sagte man uns, aber die Portion hätte wohl eher nur für einen Hungrigen gereicht und auch unser erster Sangria war eher enttäuschend... einzig das Ambiente punktete. Aber satt wurden wir noch lange nicht, also gab es später in einer coolen Bar noch einen Mitternachtssnack:

    Tag 2 - unser "Gaudi Tag"

    Heute konnte Maik all seine Geburtstagsgeschenke einlösen, denn wohlweislich vorausschauend habe ich natürlich schon Wochen vorher Online Tickets für die Sagrada Familia und den Park Güell besorgt!

    Wir beginnen mit der Sagrada Familia, der ewigen Baustelle, da der Bau 1882 begann und bis heute andauert. Unabhängig davon ist sie ein beeindruckendes architektonisches Meisterwerk von Antoni Gaudí, das man sich bei einem Besuch in Barcelona nicht entgehen lassen sollte!

    Was kann man dazu schon großartig sagen, wie soll man so ein Bauwerk beschreiben? Uns fehlen die Worte!!! Schaut einfach selbst und staunt wie wir:

    Während ich in der Mitte der Sagrada Familia die wunderschöne Kuppel bestaune, wird es um mich herum plötzlich eng, und als ich meine Augen wieder nach unten bewege sehe ich mich umringt von gefühlt hundert Chinesen! Inmitten einer Reisegruppe, die nicht gerade zimperlich ist, wenn es darum geht, den besten Platz zu ergattern, suche ich verzweifelt einen Ausweg.... Maik!! HILFE!!! Wo bist du? Der stand ganz gechillt nur ein paar Meter weiter und sah sich belustigt diese Szene an.

    Anschließend eine halbe Stunde Fußmarsch zum Park Güell, einer farbenfrohen Märchenlandschaft: eine verspielte Mischung aus Mosaik-Echsen, geschwungenen Bänken und Pilzhäuschen, du fühlst dich wie in einem Zauberwald, mit Drachenfiguren, die die Stadt bewachen. Es ist Gaudís verrückter, bunter Traum von einem Park, in dem die Natur und die Fantasie Hand in Hand gehen und alles ein bisschen magisch und skurril ist. Ganz wie ich es mag. 

    Hier haben wir uns endlich daran erinnert, dass wir doch so einen super Selfiestick besitzen! (Lange haben wir uns geweigert, so etwas zu benutzen) Der dann endlich ausgepackt wurde!

    Unweit des Parkes besuchen wir das 4 D Kino "Gaudi Experience", ein interaktives Multimedia-Zentrum, das noch einmal zusammenfasst, was für ein Genie dieser Gaudi doch war. Hier bekommt man Einblicke in seinen Kopf, eine wage Vorstellung seiner Ideen und Fantasien. Ein Visionär seiner Zeit mit grandiosen Ideen, viel mehr Ideen, als man in einem Menschenleben umsetzen kann...

    Die Vorstellung lief nur für uns allein - oder nachträglich nur für das Geburtstagskind? Wie auch immer, ich kann nur sagen: Was für ein Gaudi!!!

    Später an der Bushaltestelle suchten wir verzweifelt nach dem richtigen Abfahrtsterminal bzw. haben wir lange diskutiert, in welche Richtig wir müssen, bis eine junge Spanierin vorsichtig fragte: "Entschuldigung... ist das deutsch, das sie sprechen? Kann ich ihnen helfen?" 

    "Siehst du, Schatz, ich sag ja immer, dass man dich nicht versteht!" flüsterte Maik mir ins Ohr. Und natürlich konnte sie uns helfen!

    An der U-Bahn-Station Rambla steigen wir aus und ich kläre Maik noch darüber auf, dass die Gegend für seine vielen Taschendiebe bekannt ist. Die seien so geschickt, dass sie dir sogar deine Socken ausziehen könnten, ohne deine Schuhe zu öffnen...

    Bald danach kam es zu einem prekären Zwischenfall. Ich spürte etwas an meinem Rücken. Blitzschnell drehte ich mich um und packte das junge Mädchen hinter mir am Arm. Sofort erinnerte ich mich daran, dass mir schon einmal, bei meinem ersten Besuch in Barcelona, ein Fotoapparat gestohlen wurde. DAS wollte ich nicht noch einmal!

    Mit großen angsterfüllten Augen sah mich das Mädchen an. Ihr Freund wich gleich einmal zwei Schritte zurück. (soviel zum starken Geschlecht, dem Helfer in der Not, dem Beschützer) Erschrocken zeigte sie immer nur "nein, nein, sie hat nichts gemacht!!"...

    Seit diesem Zwischenfall ist Maik ganz ganz vorsichtig, welche Bewegung er macht. Der arme Kerl meint, ich bin ein "Undercover-Karate-Kid"...

    Tag 3

    Wir starten unseren Tag an der Stelle, wo wir am Abend davor aufgehört haben: auf der berühmten Rambla, die leider bei unserem Besuch eine durchgehende Baustelle war. Vorsichtshalber drehe ich mich gleich einmal um und Maik meint nur: "Keine Angst, Schatz, DIE traut sich in den nächsten Tagen nicht mehr auf die Straße!"

    Erster Halt: die Markthalle Mercat de la Boqueria immer wieder faszinierend, diese Vielfalt an Düften, Farben und das Gewühl von so vielen unterschiedlichen Menschen. Leider haben wir nach unserem üppigen Frühstück keinen Platz mehr für kulinarische Entdeckungsreisen, also beschließen wir, später noch einmal zu kommen und ein paar Austern zu schlürfen, die Maik so angelacht haben. (wie manch anderes auch noch)

    Als wir weiter im Barri Gotic herumspazieren, stießen wir plötzlich, ohne es gewollt zu haben, auf die alten Teile des römischen Barcelonas: die Säulen des Augustustempels. Es ist kaum vorstellbar, dass im Inneren eines Wohnblocks vier korinthische Säulen und ein Fragment eines römischen Tempels, erbaut im 1. Jahrhundert v. Chr., stehen!

    Vorbei an der Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia – oder für Normalsterbliche einfach die Kathedrale von Barcelona – dem gotischen Prunkstück im Herzen des Viertels Barri Gòtic kommen wir schließlich an einem der schönsten Plätze Barcelonas an: dem Plaza Reial

    Den letzten Abend in Barcelona wollen wir klassisch beenden, mit Sangria und Tapas! Wir fanden im Internet eine kleine, originelle, familiär geführte Tapas-Bar ganz in unserer Nähe: Die Bodega Oliva. Nur leider war sie voll, wir könnten aber warten, hieß es. Maik war davon wenig begeistert, ich setzte mich aber durch und so warteten wir... Man muss sagen, das hat sich auch gelohnt, wie man sieht:

    Zusammengefasst können wir sagen: Una ciudad maravillosa, volveremos! WIR KOMMEN WIEDER! 

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