Es ist ein herrlicher, sonniger Tag - Heute geht es ins Hinterland: Mijas – das malerische Bergdorf mit historischer Altstadt auf über 400 m Seehöhe, das zu den schönsten Pueblos Blancos Andalusiens zählt. Zwischen den Bergen der Serranía de Ronda und dem Mittelmeer. "Hier spürt man noch das authentische Andalusien! Spektakuläre Ausblicke bis nach Afrika und eine entspannte Atmosphäre!" versprach uns der Reiseführer.
Doch bevor wir durch die blumengeschmückten Gassen spazieren, und auf einer fantastischen Terrasse unseren Kaffee mit Meerblick genießen können... BAMM! Raus aus dem Parkhaus und fast hätte es uns über den Platz gefegt! Eigentlich wollte ich heute die kurzen Hosen auspacken, aber irgendetwas (oder irgendjemand?) hat mich dazu bewogen, mich dagegen zu entscheiden. (zum Glück!) Da tut man gut daran, alles an sich dran zu hängen und weiß man in der Situation ein wenig "Kampfgewicht" zu schätzen! Jedes Gramm zu viel auf den Hüften ist heute eine wertvolle Lebensversicherung, die verhindert, dass man als menschlicher Heißluftballon Richtung Marokko entschwebt. Dreimal durchschnaufen, Haare binden und los geht's!
Meine erste Idee: Vielleicht sollten wir lieber in den engen Gassen beginnen, da es hier sicher nicht so windig ist ... was soll ich sagen? Stimmt nicht! Auch hier bläst und zieht es wie in einem löchrigen Emmentaler. Alles durchprobiert, aber wo immer wir gehen, der Wind geht mit. Irgendwann schließt man Frieden mit diesem Schicksal und lacht einfach lauter als der Sturm. Plötzlich macht sich die Kappe unseres "Nachbarn" selbstständig und fliegt davon. Kurzer Sprint, gekonntes Abfangen – Hut gerettet! Dem alten Herrn fiel ein Stein vom Herzen; zum Glück saßen wenigstens die Resthaare noch bombenfest.
Wir wandern zufrieden von Mirador zu Mirador und sind einfach nur begeistert. Der Blick ist so spektakulär, dass man kurz vergisst, dass der Sturm einem fast die Luft zum Atmen nimmt. Das Mittelmeer glitzert da unten so unschuldig, während wir hier oben gegen die Naturgewalten kämpfen. Mijas, du bist wunderschön – aber ein weniger motivierter Levante täte es auch! (Föhn des westlichen Mittelmeers)
Aber - da war doch noch was! Wo sind sie hin, die berühmten Burro-Taxis? Ich schaue und denke: „Kein Esel weit und breit!“ – aber nein, im nächsten Moment stelle ich peinlich berührt fest, dass ich gerade in eine Gruppe von gefühlt 100 Touristen starre. Aber Spaß beiseite: Die vierbeinigen Originale glänzen durch Abwesenheit. Der öffentliche Druck und die lautstarken Rufe von Tierschützern haben in Mijas wohl einen Stein ins Rollen gebracht. Immer mehr Menschen finden, dass man das „authentische Andalusien“ auch wunderbar auf den eigenen zwei Beinen erkunden kann, ohne dass ein Esel den Bergführer spielen muss.
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