Miraflores Golf

Veröffentlicht am 6. Februar 2026 um 13:00

Der Miraflores Golf Club in Mijas ist ein abwechslungsreicher Platz. Bekannt für seine hügeligen Fairways, zahlreichen Doglegs und Wasserhindernissen. Zusätzlich bietet er spektakuläre Blicke auf das Meer und die Berge.

 

Wir sind in einem Flight mit Nikolai, dem Russen. Er stellt sich und seinen Mitspieler kurz vor und erklärt, dass sie hier eine Übungsrunde für das bevorstehende Turnier am Montag spielen und dabei gleich eine kleine "private Challenge" austragen. Bedingt durch meine eingerosteten Englischkenntnissen und vielleicht auch wegen meinem Desinteresse, habe ich nicht so genau aufgepasst und wohl den Teil mit PGA überhört. Da spazieren wir dann entspannt über den Rasen und irgendwann fragt der Spanier Maik nach seinem Handicap, und Maik dann, ganz der Gentleman fragt ihn auch nach seinem Spielniveau. Die Antwort: "Ich habe keines" lässt Maiks Augenbraue nach oben zucken und gleich darauf folgt die Erklärung: "PGA Spieler haben keines." - ja, sie sind schlicht außer Konkurrenz. Während wir unsere Driver auspacken, spielte er ausschließlich mit seinen Eisen, eine ganz andere Liga der Präzision. Nun kam es also bei uns an: wir spielen gerade mit Gerardo Fernandez Gomez eine unerwartete Lehrstunde. Während der russische Oligarch im Hintergrund vermutlich ein kleines Vermögen hingeblättert hat, um mal mit einem echten Profi über den Platz zu gehen, haben wir das "All-Inclusiv-Premium-Paket" einfach so bekommen. Besser kann man einen Tag auf dem Platz nicht verbringen! Dass der Profi dabei so tiefenentspannt, nett, sympathisch und ruhig blieb, spricht für seine Nerven aus Stahl und zeigt: Wahre Meister erkennt man nicht nur am Abschlag.

Zum krönenden Abschluss zückte ich bei Loch 17 noch das Handy und zack - ein Beweisfoto für die Ewigkeit! Wahrscheinlich wird Maik dieses Bild später unserer süßen Zuckerpuppe zeigen und sagen: "Schau! Das war der Tag, an dem dein Opa einem PGA-Profi das Golfen gezeigt hat!" 

Wir verabschieden uns mit einer herzlichen Umarmung und einem "Vielleicht sieht man sich ja wieder!"


Am nächsten Tag lautet unser Motto wohl "Warten auf die Wikinger" Miraflores war gebucht und wir stehen da an Tee 1. Die Schläger poliert, voller Tatendrang, aber neben uns nur gähnende Leere. Ein einsamer Herr steht da und es hieß, wir warten auf seine Frau. Also warten wir, lassen einen Flight vor, dann noch einen. Aber irgendwann ist es uns zu dumm und wir starten zu zweit. Kaum haben wir den Ball perfekt in die Luft befördert, taucht die weibliche norwegische Verstärkung inklusive Hund aus dem Nichts auf. Sie bemühte sich wenigstens, sich zu entschuldigen, aber dass ER leicht angesäuert dreinschaute, war wohl die Krönung! Vielleicht war er beleidigt, dass wir ein "Ich komme irgendwann" nicht akzeptiert haben ...

Leider war das noch nicht genug, mussten wir uns fast 6 Stunden lang mit dem Paar über den Platz quälen, vor lauter Warten hätten wir zwischendurch fast ein Picknick auf dem Fairway machen können.

Zumindest haben wir noch Sonne getankt! Wenn der große Regen dann wieder loslegt, können wir uns mit dem Gedanken trösten, dass wir wirklich JEDEN Sonnenstrahl genützt haben. ☀️🌤️

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