Diesmal entscheiden wir uns für einen Platz in einer atemberaubenden Landschaft, eine Autostunde westlich von uns. Das San Roque Golf Resort. Wir starten schon früher, um den angekündigten Regen am Nachmittag zu entkommen - und Spoiler-Alarm: Wir haben es trocken geschafft! Das erste, das uns bei der Ankunft auffällt, sind die provisorischen Container für Caddy-Master, Umkleide und Toiletten. Wer braucht schon Marmorsäulen, wenn man seine Golfschuhe in einer Blechhütte binden kann, die aussieht, als würde sie morgen nach Übersee verschifft? Das Ambiente erinnert mich mehr an meine Volleyball-Turniere als an elitäre Golfclubs! Ich warte förmlich darauf, dass jemand ein Netz aufspannt und den Ball rausholt.
Als wir beim "Einchecken" das Golfcart ablehnen, mustert uns der Caddie-Master von oben bis unten, bis er nickt und unsere Kondition für gut genug erachtet. (wahrscheinlich hat er im Kopf schon die Nummer der Bergwacht vorgewählt, während er unsere Waden gescannt hat) Wir wissen also gleich, jetzt wird es sportlich. Zumindest können wir heute wieder einmal zu zweit auf die Runde! Endlich kein Suchdienst mehr für wildfremde Mitspieler! Zu zweit zu spielen ist der wahre Luxus! Ungestört über Gott und die Welt und die völlig missratene Annäherung zu philosophieren...
Wir spielen den "New Course", ein Linkskurs der 2003 eröffnet wurde. Er gilt zwar als "kleiner Bruder" des Old Courses, ist aber eine echte Herausforderung mit dem hügeligen Gelände (und das ist sehr diplomatisch ausgedrückt!) Und diese Bunker! Wie in Ägypten! Manche der Sandhindernisse erinnern uns an Makadi Bay, fehlt eigentlich nur noch das Kamel am Rand. Und so riesig! Wer da reingerät, braucht kein Sand-Wedge, sondern eine Baugenehmigung und eine Strickleiter! Als ob der Sand nicht reichen würde, gibt es noch genug Wasserhindernisse, um genügend Bälle zu versenken. Und Nein! Von mir landete diesmal kein einziger im Nass!! Doch wie so oft gilt auch hier: Präzision ist Pflicht. Wenn dein Drive zu sehr streut, wirst du die örtliche Flora mit ihren harten Korkeichen sehr intim kennenlernen.
Unser Fazit: wir liebten die Ruhe auf dem Platz, umgeben von einem Naturschutzgebiet und die Aussicht war fantastisch. Zwar könnten die Fairways in einem besseren Zustand sein, aber dar Platz hat uns dennoch sehr gut gefallen und werden wir ihn im nächsten Jahr sicher wieder spielen!
Kleine Geschichte am Rande: Eine klassische Golf-Version von "David gegen Goliath" Maik wollte unbedingt in einem Wettkampfmodus spielen. Als großzügiger Gentleman gab er mir bei jedem Loch einen Punkt Vorsprung, womit er sich quasi selbst das sportliche Grab geschaufelt hat. Er dachte wohl, er spaziert hier zum Sieg, während er nebenbei noch die Aussicht genießen kann! Doch es war spielerisch nicht sein bester Tag, so hat er das mit dem Punktevorsprung bald schon bereut. Ich sagte ihm vorher noch, ich mag eigentlich keinen Wettkampf! Anschließend musste er feststellen: Großzügigkeit ist auf dem Fairway eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr. 😂😂😂
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Kommentare
Hallo ihr zwei,
wieder schönes Erlebnis.
Bei uns hat auch endlich wieder die Saison begonnen. Mal schauen obs noch funktioniert.
Liebe Grüße Inge und Mani
Hallo liebe Inge,
ja es ist schön und wir genießen es🤗 Es freut mich, dass es dort mit dem Wetter auch aufwärts geht und sicher wird es funktionieren😊
Liebe Grüße auch an Mani